Archiv für Juni 2009

Super-Soli-Party-Kneipe

Mobilisierungsmaterial, Anlage, LKW … alles kostet Geld im Kapitalismus, sogar antikapitalistische Action!
Damit wir nicht ganz im Schuldensumpf versinken und uns einen Schuldenberater aus dem Fernsehen kommen lassen müssen, machen wir eine Super-Soli-Party-Kneipe in der B5 mit Cocktails, umsonst Kickern, Shisha und das Bier kostet nur 1 €!
Mit Karaoke!
19.6 * 22 Uhr * B5
b5

19.6 * 22 Uhr * B5

Solidarität ist eine Waffe!

Wir solidarisieren uns mit den Leuten, die auf der Bildungsdemo in Hamburg in Gewahrsam oder festgenommen wurden und verurteilen das Vorgehen der Polizei, sie traten nicht nur aggressiv auf, sondern „begleiteten“ auch unseren Block im Spalier!
Alle Betroffenen sollen sich beim EA (040-43278778 ), der Roten Hilfe oder bei uns sich melden! Nicht vergessen keine Aussage!

Nicht wir sind kriminell, sondern das System!

Nicht nur in Hamburg gab es Stress mit den Bullen, hier die Pressemitteilung des Essener SchülerInnenbündnis zur Polizeigewalt beim Bildungsstreik:

P R E S S E M I T T E I L U N G
Essener SchülerInnenbündnis
Ressort: Schule/Bildung, Lokalpolitik

Essen, 17.06.2009
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Schüler und Studenten geschockt von Polizeigewalt
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Am heutigen 17. Juni protestierten bundesweit über 150.000 Schüler und Studenten gegen die aktuelle Bildungspolitik und stießen dabei auf starke Repression seitens der Polizei.

Allzu häufig hört man die Öffentlichkeit sagen, die Jugend von heute wäre politisch desinteressiert. Diese Aussage widerlegten heute tausende Schüler und Studenten, die für ein besseres Bildungssystem auf die
Straße gingen.

An der Essener Universität wurden nach Demonstrationsende mindestens 10 Personen von der Polizei, nach Knüppeleinsätzen, fest- bzw. in Gewahrsam genommen. In Duisburg wurden Schüler aus einer Schule mit Knüppeln entfernt. Beides geschah, ohne das die Polizei die Erlaubnis hatte, das Gelände zu betreten.

Wir verurteilen diese Maßnahmen aufs schärfste! Es kann und darf nicht sein, dass junge Menschen beim Wahrnehmen ihres Rechtes auf freie Meinungsäußerung auf solche Reaktionen stoßen. Wir verlangen eine Stellungnahme der Polizei des Landes Nordrhein Westfalen, denn so geht man nicht mit friedlich demonstrierenden Schülern und Studenten um.

Musikprogramm für den Block!

Das Live-Musikprogramm für die Demo am 17.6 steht!
Mit dabei ist: Philharmonie, Bacapon, Rapsession und als Abschlusskonzert One Soul

Kommt in den antikapitalistischen Block

Der Kapitalismus steckt in seiner schlimmsten Krise seit 1929. Was zuerst als reine „Finanzkrise“ deklariert wurde, obwohl „Finanzwesen“ und „Realwirtschaft“ sich auf Grund der Kreditabhängigkeit eines jeden Unternehmens gar nicht voneinander trennen lassen, entwickelt sich zu einer globalen Katastrophe.

Im Kapitalismus wird alles, wie der Name schon sagt, dem Kapital untergeordnet. Denn nur mit Kapital kann ein Profit erwirtschaftet werden, der dann wieder investiert werden kann. Kapitalismus bedeutet also einen immer andauernden Wettbewerb um die größte Kapitalansammlung. Doch was tut ein Mensch ohne Kapital, also ohne die Möglichkeit, aus Geld mehr Geld zu machen, um damit seine Bedürfnisse zu befriedigen? Er muss das einzige verkaufen, das er besitzt: nämlich seine Arbeitskraft. Da er auf diesen Verkauf angewiesen ist, begibt er sich also „freiwillig“ in ein Abhängigkeitsverhältnis zu seinem Arbeitgeber. Nur so ist es auch zu erklären, dass manche Menschen für einen Hungerlohn arbeiten. Andernfalls ständen sie komplett ohne Arbeit da und hätten dementsprechend gar keine Chance auf die Befriedigung ihrer Bedürfnisse.

Hate the game and not the player
Es geht nicht darum, in Zeiten der Wirtschaftskrise eine Hetzjagd auf besonders gierige Kapitalisten zu machen. Schließlich handeln sie einfach nur so, wie es das System von ihnen fordert. Und ein Kapitalist, der bedürfnisorientierte Güterproduktion und hohe Löhne über den Profit stellt, ist nicht denkbar. Aufgrund der ewigen Konkurrenz um Marktanteile und Profit geht er zwangsläufig Bankrott und scheidet mit seinem Unternehmen aus dem Wettbewerb aus. Dass dieser Wettbewerb generell nicht unter fairen Bedingungen stattfindet, liegt in der Natur der Sache. Egal ob Verstöße gegen Umweltauflagen, gegen Arbeitnehmerrechte oder Tarifvereinbarungen: Der Kapitalismus erfordert schließlich, dass der Profit über allem steht. Daher sind eine bedürfnisorientierte Produktion und Wohlstand für ALLE nur dann möglich, wenn dieser Wettbewerb überhaupt aufhört zu existieren. Das Absetzten dieses oder jenen Firmenchefs ändert hingegen gar nichts, denn im Kapitalismus ist jeder Mensch in seiner Funktion für das System ersetzbar.

Was geht uns SchülerInnen und StudentInnen das an?

Auf dem Arbeitsmarkt in Deutschland herrscht nicht erst seit der Krise ein extrem harter Kampf um die besten Jobs und das höchste Gehalt. Unternehmen brauchen diese Konkurrenz, schließlich wird man ja nur befördert wenn man mit besonders großem Aufwand und Geschick dem Unternehmen zu noch größerem Erfolg verhilft. Somit brauchen die Unternehmen häufig gar keinen großen Druck auf ihre Angestellten auszuüben, da diese einzig und allein von ihrer Hoffnung auf einen Aufstieg zu noch profitablerem Arbeiten motiviert werden.

Manchen bleibt aber gar jede Form der Arbeit verwehrt. Sie leben von Hartz 4, müssen also mit 355 Euro im Monat auskommen und dürfen sich noch im Fernsehen ansehen, wie sie dafür verspottet werden, dass sie es ja „zu nix gebracht haben“.
Doch selbst diese Menschen haben für den Arbeitsmarkt noch eine Funktion: sie sind ein perfektes Druckmittel. Sie verdeutlichen jedem Arbeitnehmer, dass er nicht unersetzbar ist. Dies macht es dem Arbeitgeber noch einfacher, seine Angestellten für einen noch geringeren Lohn arbeiten zu lassen.

Diese Spaltung in der Arbeitswelt zwischen jenen, die sich im Konkurrenzkampf um die besten Posten mit den anderen messen „dürfen“, und denjenigen, die jeden Job annehmen müssen, um bloß nicht als „Hartz-4-Assi“ abgestempelt zu werden, soll so früh wie möglich in die Köpfe gelangen.

Kapitalismus in der Schule und Uni
Genau dies geschieht in der Schule: Hier wird getrennt zwischen denjenigen, die die Chance erhalten, Abitur zu machen, um sich danach auf der Universität und später im Beruf gegen andere durchzusetzen, und denjenigen, die mit einem Haupt- oder Realschulabschluss um die immer knapper werdenden Ausbildungsplätze kämpfen müssen. Wer hierbei keinen Ausbildungsplatz ergattert, dem bleiben nur noch Hartz 4, Schwarzarbeit, Kriminalität oder Jobs mit Löhnen von teils nicht mal vier Euro pro Stunde. Zusätzlich tragen auch Schule und Uni einen großen Teil zur Reproduktion des gesellschaftlichen Rassismus bei, indem den Jugendlichen mit Migrationshintergrund der Aufstieg innerhalb des Bildungssystems erschwert wird. Die Schule vermittelt in jeder Beziehung genau die Denkweisen, die von den zukünftigen ArbeitnehmerInnen gebraucht werden, um ihrer jeweiligen Funktion im System gerecht werden. Als Gymnasiast lernt man, mit den anderen zu konkurrieren, sie auszustechen, geschickt mit Lehrern, also Autoritäten auszukommen und Führungsrollen zu übernehmen. Als Haupt- oder Realschüler bekommt man hingegen lediglich für den Arbeitsmarkt erforderliche Grundlagen vermittelt, lernt, sich unterzuordnen und sich nicht groß zu beschweren, da man sonst Gefahr läuft gar keinen Schulabschluss zu erhalten und der soziale Abstieg weiter voranschreiten würde.

Auch die neuen Bachelor- und Master-Studiengänge an den Hochschulen sind vollkommen den Interessen der Wirtschaft angepasst. Die Studienzeit wurde verkürzt, um schneller fertige „Fachkräfte“ zu produzieren. Dass dabei eine ausgewogene Ausbildung und breitgefächertes Interesse auf der Strecke bleibt, liegt auf der Hand. Die neue Generation von Fachidioten soll sich nicht mit den vielfältigen Themen kritisch auseinandersetzen können, sondern bloß auswendiggelerntes Wissen stumpf wiedergeben – nicht hinterfragen sondern funktionieren. Die Nachlagerung der Studiengebühren des schwarz-grünen Senats hatte zum Ziel, den Protest dagegen zu erschweren. Gleichzeitig werden immer mehr, für Arbeiterfamilien natürlich unbezahlbare, private Spitzenuniversitäten aufgebaut. All diese Maßnahmen führen dazu, dass die Schere zwischen Arm und Reich durch das Bildungssystem ständig fortgeschrieben wird.

Offensichtlich ist, egal ob Schule oder Uni, dass wir nur deswegen überhaupt Bildung erhalten, um im Kapitalismus unsere Funktion erfüllen zu können. Wir wollen jedoch nicht für ein System funktionieren, in dem nicht unsere Bedürfnisse, sondern der Profit einiger weniger an erster Stelle steht! Hinter der Einführung von Büchergeld und Studiengebühren stehen dieselben Kräfte, also Wirtschaftslobbyisten und bürgerliche Parteien, die die Hartz-Gesetze, Gesundheitsreform und Lohnsenkung zu verantworten haben. Darum darf der Kampf gegen sie nicht isoliert geführt werden: SchülerInnen, Studierende und ArbeiterInnen müssen sich gemeinsam zur Wehr setzen! Genau deshalb machen wir es wie viele andere Millionen Menschen weltweit und sagen diesem System gemeinsam den Kampf an!

Widerstand gegen Bildungsabbau heißt Kampf dem Kapitalismus!
Luxus für alle, statt Profite für wenige!

Kommt in den Antikapitalistischen Bloch auf der Bildungsstreikdemo
am Mittwoch * 17.6 * um 10 Uhr * Campus Uni Hamburg

Material

Falls ihr Material für die Mobilisierung (Aufkleber, Flyer, Plakate) braucht, meldet euch bei uns!

Für die Mobilisierung im Internet benutzt bitte folgende Banner:

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